Der Kindergarten Ingrid Hein e.V. arbeitet seit über 55 Jahren erfolgreich an der ganzheitlichen Entwicklung eines jeden Kindes. Dabei hatte und hat auch gerade die Vorschulerziehung der fünf bis sechs jährigen Kinder eine besondere Bedeutung. Die Art und Weise, wie in unseren Einrichtungen unsere Vorschulkinder in der Vorfreude auf die Schule bestärkt und intensiv gefördert werden, ist heute wieder offizieller Bestandteil des bayerischen Bildungs- und Erziehungsplanes. Ziel ist es, die Vorschulkinder auf dem Weg zur Schulfähigkeit individuell zu begleiten und zu fördern.
Wir kennen und unterstützen die hohe Motivation der Kinder, ihren Lebensraum genau zu erforschen. Vom ersten Kindergartentag an lernen die Kinder, Schritt für Schritt und altersgemäß, sich auf den Lebensbereich Schule vorzubereiten. Jedes Kind hat in unserer Einrichtung durch seine Gruppe mit altersähnlichen Kindern eine vertraute emotionale Struktur. Hier spürt es jeden Tag ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl, dass ihm die Möglichkeit zur individuellen Entfaltung seiner Persönlichkeit gibt. Dazu gehören in erster Linie ein friedvolles Miteinander, in dem Meinungsverschiedenheiten verbal gelöst werden.
Das Vorschulprogramm wird intensiv gestaltet und ermöglicht unseren Kindern zu lernen, dass sie in einer Welt aufwachsen, in der es nicht immer friedlich zugeht, dass sich aber viele Menschen für den Frieden und eine gesunde Umwelt einsetzen. Die Kinder werden unterstützt, Resilienz zu entwickeln, um in unserer sozialen Gesellschaft, welche uns immer mehr vor neue Herausforderungen stellt, zurecht zu kommen. Zur Umsetzung dieser anspruchsvollen Aufgaben arbeitet das Team seit Jahren mit einem eigenen Rahmenplan, der eine allgemeine Bildung und Erziehung der Kinder gewährleistet. Dieser Plan beinhaltet verschiedene Themen, die je nach Umfang des Themas wöchentlich oder auch monatlich wechseln können. Die Erziehungsbereiche, wie Kunst- und Theaterpädagogik, Vorschulerziehung, soziale Erziehung und Umwelterziehung ziehen sich durch das ganze Kindergartenjahr. So geben wir den Kindern die Möglichkeit, diese Themen intensiv aufzunehmen und so zu verinnerlichen, dass sie sie in ihrem täglichen Leben umgesetzt werden können.
Die Kinder lernen z. B. wie wertvoll unser Wasser ist und werden angehalten, sparsam damit umzugehen. Aber auch Flora und Fauna gehören zur Umwelt. Besuche im Botanischen Garten, Naturkundemuseum, Salzbergwerk, Deutsches Museum, Tierparkausflüge und verschiedene Experimente vom Säen bis zum Ernten festigen das theoretische Wissen. Das Thema Kunst wird stets mit freudigen Erwartungen durchgeführt.
Außerdem werden die zusätzlichen Möglichkeiten, mit den Vorschulkindern Ausflüge zu unternehmen, stetig und intensiv genutzt. Exkursionen beispielsweise zum Lenbachhaus, in die Pinakotheken, Schloss Nymphenburg, Philharmonie, Münchner Stadtrundgänge festigen und vertiefen ästhetische Empfindungen und fördern die eigene Kreativität. Die Kinder lernen dabei aber auch, welche Regeln sie z.B. während eines Museumsbesuches beachten müssen und wie sie sich innerhalb der Gruppe auf dem Weg dorthin (Verkehrserziehung) verhalten müssen.
Die Kinder lernen aber nicht nur Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen, sondern sie werden dazu angehalten, ihren eigenen Tagesablauf immer selbständiger zu bewältigen. So achten sie zunehmend selbst auf ihre Vorschulmappe und die dazugehörigen Materialien, wie z. B. Stifte, Schere, Spitzer, Kleber. Gleichzeitig lernen sie auch das selbständige Arbeiten an ihrem Platz. Sie können konzentriert und ausdauernd über einen längeren Zeitraum ihre Vorschulblätter selbständig erarbeiten. Ein Thema (aus dem Rahmenplan) erarbeiten und intensivieren die Vorschulkinder für ca. 45 bis 60 Minuten in einem gezielten Angebot. Natürlich wird diese Zeit z.B. mit Experimenten spannend gestaltet oder über verschiedene Körperübungen zur Entspannung aufgelockert. Bereiche aus der Kinesiologie (Bewegungsfähigkeit ist Denkfähigkeit) unterstützen dabei den kognitiven Bereich unseres Bildungsauftrages. Ebenfalls werden Übungen aus der Kybernetik (Körperwahrnehmung, Mengenbewusstsein, Konzentration) sinnvoll eingesetzt.
In allen Lernsituationen erwerben die Kinder weitere Fähigkeiten: Sie lernen aufmerksam und konzentriert zuzuhören. Sie lernen das Gehörte in zusammenhängenden Sätzen inhaltlich wiederzugeben und sich nicht von anderen Dingen ablenken zu lassen. Sie lernen motiviert und mit viel Freude aktiv am Tagesgeschehen teilzunehmen und können somit den neuen Lern- und Leistungsanforderungen in der Schule besser gerecht werden. Die Kinder sind vor Eintritt in die Schule in der Lage, Aufträge mit mehreren Teilaufgaben außerhalb der eigenen Gruppe zu erledigen. So wird es ihnen in der Schule gelingen, sich schneller in der neuen Umgebung zurechtzufinden.
Die Vorschulkinder haben viel Freude daran, bevor sie in die Schule kommen, allen ihren Kindergartenfreunden ein Abschiedsgeschenk zu machen: Sie führen in einem festlichen Rahmen ein Theaterstück für alle Kinder und Eltern auf. Die große Freude darauf, aber auch sprachliche, tänzerische Geschicklichkeit, viel Mut, vor allem aber Stolz, ihre erlernten Fähig- und Fertigkeiten zu präsentieren, lassen diese Aufführungen stets zum Höhepunkt eines jeden Kindergartenjahres werden.
Unsere Vorschulkinder haben die Möglichkeit, in jedem Jahr kurz vor den Sommerferien gemeinsam eine erste große Gruppenfreizeit zu unternehmen. Sie verbringen drei Tage im Kindergartenlandheim, machen Wanderungen in der Natur, gehen Eis essen, spielen am Bach, machen Lagerfeuer und vieles mehr. Diese Freizeit ist für Kinder und ErzieherInnen der krönende Abschluss der Kindergartenzeit.
Durch die professionelle Bildungs- und Erziehungsarbeit der Vereinskindergärten, die alle Bereiche einer ganzheitlichen Entwicklung eines jeden Kindes erreicht, fördert und festigt, können die Kinder später in der Schule an viele inhaltliche Lernerfahrungen aus der Kindergartenzeit erfolgreich anknüpfen. Somit können sie voller Vorfreude, Stolz, Neugier und mit einer hohen Lernmotivation selbstbewusst auf die Schulzeit zugehen und ihre verinnerlichten Fähigkeiten für die geforderten Fertigkeiten der ersten Klasse umsetzen und anwenden.